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Wer sind wir?

Wer sind wir? Diese Frage kommt selten laut. Sie drängt sich nicht auf und fordert keine schnellen Antworten. Oft zeigt sie sich erst dann, wenn der Alltag leiser wird. Wenn Rollen für einen Moment verblassen und Erwartungen an Bedeutung verlieren. Dann entsteht Raum für eine Frage, die viele in sich tragen – manchmal ein Leben lang.

Wer sind wir, wenn niemand zusieht? Wenn kein Vergleich bleibt, kein Müssen, kein äußeres Maß? Wenn das, was wir darstellen, langsam zurücktritt und etwas Inneres spürbar wird?

Vielleicht sind wir nicht das, was wir leisten. Nicht das, was wir erklären können. Nicht das Bild, das andere von uns entwerfen.

Vielleicht bestehen wir aus mehr als Funktionen und Namen. Aus Empfindungen, Erinnerungen, aus Momenten, die sich nicht festhalten lassen. Aus stillen Verbindungen und verwebten Träumen, die auftauchen, wenn nichts von uns verlangt wird.

Viele Menschen erleben sich nicht als etwas Fertiges, sondern als eine Seele, die immer in Bewegung ist. Als Wandel. Als etwas, das sich im Laufe der Zeit neu formt. Was heute sicher scheint, kann morgen hinterfragt werden – nicht aus Schwäche, sondern aus innerem Wachstum. Jeder Schritt lässt uns wachsen. Selbst jener, der sich unsicher anfühlt.

In solchen Augenblicken zeigt sich oft ein leiser Kern. Kein fertiges Selbstbild, keine eindeutige Antwort. Eher ein innerer Raum. Offen. Wach. Empfindsam. Ein Ort, an dem Gefühle nicht bewertet werden müssen, sondern existieren dürfen. Ein Ort, den nur wir kennen. Ein stilles Geheimnis, das selbst wir nur finden können, wenn es so still wird, dass wir die Fäden des Universums spüren können. Wenn wir spüren können, wie alles miteinander verbunden ist.

Vielleicht liegt Identität nicht in Klarheit oder in dem, was unsere Augen sehen, sondern in der Aufmerksamkeit für das Leben selbst. In der Art, wie wir wahrnehmen. Wie wir zuhören. Wie wir fühlen und wie wir all das in uns aufnehmen.

Wer sind wir also? Möglicherweise keine endgültige Gestalt. Kein abgeschlossener Gedanke. Vielleicht sind wir Suchende. Menschen auf dem Weg. Weder verloren noch perfekt – sondern unterwegs. Unterwegs auf den Wegen des Lebens, die uns formen, bis wir eines Tages von dieser Welt gehen.

Und vielleicht ist genau das: nicht fertig zu sein, nicht ausgereift zu sein kein Mangel, sondern eine stille Form der Wahrheit, die uns alle umgibt. Wir müssen uns ihr nur öffnen. Das Leben will erlebt werden. Seine Wege wollen gegangen werden und seine Welt will gefühlt werden. Wir wachsen. Mit jedem Atemzug, bis zu unserem letzten.

Vielen Dank fürs Lesen meines Textes „Wer sind wir?“ Wenn dir der Text gefallen hat, dann lass gerne einen Kommentar im Kommentarfeld unter diesem Beitrag da. Ich freue mich von dir zu lesen.

Selbstfindung, Achtsamkeit im Alltag und Selbstliebe sind unter anderem auch Themen in meinem Wortmagie-Shop. Schau gerne vorbei und entdecke meine poetischen Werke für deine Seele.

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4 Kommentare

  1. Meine Erfahrung ist, dass wir dann am meisten wir selbst sind, wenn wir vergessen, danach zu fragen, wer wir sind, weil wir dann ganz bei uns sind.
    sozusagen Sternstunden der Seele.

  2. Beim Lesen habe ich gemerkt, wie selten wir uns diese Frage wirklich erlauben. Dein Text lädt ein, langsamer zu werden und nach innen zu lauschen. Wieder einmal sehr schön👏

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