Vergleiche sind ein alltägliches Schauspiel in unserer Welt des Wettkampfs. Und doch sind es diese Abwägungen, die uns den Alltag schwer machen.
Manche vergleichen sich voller Stolz mit vermeintlichen Vorbildern. Andere vergleichen sich, weil Ihnen vorgelebt wurde, dass ein Streben nach Gleichheit als Weg zur Zugehörigkeit verstanden wird. Doch wer sich in fremde Formen zwingt, zerstört das Schöne in sich selbst – auf der Suche nach einem Ideal, das nie für ihn gedacht war.
Und wer weiß … vielleicht ist selbst diese Form, der wir folgen, nur das Ergebnis eines weiteren Versuchs, jemand anderem zu gleichen. Vielleicht etwas, das selbst nur entstanden ist, weil jemand anderes wiederum suchte, sich zu gleichen. Und so bewegt sich alles in Kreisen aus Nachahmung und Erinnerung, während das Eigentliche leise unter den Formen verschwindet, die wir für Wahrheit hielten.
Dabei sind wir selbst doch schon genug. Denn wir enthalten alles, was nötig ist, um aus einem Gefühl Magie zu machen. Wir tragen die Welt in unserem Innersten und jeder einzelne, obgleich verbunden mit allem, ist einzigartig in allem, was das Sein beinhaltet. Und genau dort beginnt das Missverständnis: dass diese Einzigartigkeit erst bewiesen werden müsse, bevor sie gelten darf. Als müsste das Eigene sich rechtfertigen in einer Welt, die ständig nach Ähnlichkeit verlangt.
Doch nichts in uns braucht Vergleiche, um zu bestehen. Kein Maßstab kann das erfassen, was ohnehin schon vollständig ist. Und dennoch versuchen wir, uns einzuordnen, uns anzupassen, uns zu verbessern an Bildern, die nicht aus uns selbst geboren wurden. Dabei verlieren wir nicht nur den Blick für das, was wir sind, sondern auch für das, was wir sein könnten, wenn wir uns nicht ständig an etwas anderes lehnen würden.
Und vielleicht ist genau das die größte Verirrung: dass wir glauben, näher bei uns selbst zu sein, wenn wir jemand anderem ähnlicher werden.
Doch das Eigene kennt keinen Lärm. Es fordert nichts. Es vergleicht nicht. Es wartet nur – unter all dem, was wir darübergelegt haben. Schichten aus fremden Farben, die irgendwann vergessen haben, dass darunter etwas Eigenes leuchtet.
Und manchmal geschieht es leise. Zwischen zwei Gedanken. In einem Atemzug, der plötzlich nicht mehr drängt. Da löst sich etwas in uns, das sich so lange an Bildern festgehalten hat, die nie unsere waren.
Das passiert nicht mit einem großen Erwachen. Es geschieht eher wie ein Erinnern ohne Erinnerung.
Und dann steht da nichts Neues vor uns. Nur wir – ohne Vergleich. Ohne Form, die uns kleiner macht als wir sind. Ohne die Stimmen, die uns messen wollten an etwas, das nie aus uns selbst geboren war.
Nur ein Sein, das nie weg war. Nur wir. Ganz. Still. Echt.
Danke fürs Lesen meines Textes „Vergleiche“. Wenn dir der Text gefallen hat, lass gerne deinen Kommentar im Feld weiter unten da.
Wenn du noch tiefer in dein Inneres eintauchen willst, schau gerne in meinem poetischen Online-Shop vorbei. Dort findest du von mir handgemachte Werke, die Herz und Seele berühren.





Ein ganz toller Beitrag, den ich mehrfach auf mich wirken lassen hab! Vielen Dank! Das Thema hat mich leider auch sehr geprägt.. Stück für Stück versuche ich die Vergleiche loszulassen 🫶 sehr befreiend!!
Danke fürs Lesen, Verena🙏🏼✨️ Ich freue mich, dass der Text dich berührt und dass du einen Schritt nach dem anderen gehst.
Ein ganz wunderbarer Text ❣️ vielen Dank dafür 🙏🏼👏🏼🫶🏼
Vielen lieben Dank fürs Lesen und dein Feedback, Nina🙏🏼
Sehr schön geschrieben und so wahr.
Ich versuche immer mich nicht zu vergleichen was aber nicht immer leicht fällt. Manchmal bringt uns die Welt und das Umfeld doch dazu. Und dann sag ich mir aber immer, Du bist genau richtig wie Du bist !
Danke, Monika. Ja, es ist wirklich nicht einfach. Aber du machst das genau richtig!
Wunderschön geschrieben und so wahr. Dieses Vergleichen ist so anstrengend dabei sollte man sich doch selbst genug sein und auf das stolz sein was man erreicht hat
Vielen Dank, Iris. Ja, wir sind alle schon genau richtig, wie wir sind.