Ich wachse, entfalte mich wie Licht, das durch das Blätterdach fällt. Weich, unaufhaltsam, ungestört. Ich bin ein Mensch im Jetzt, getragen von allem, was war, genährt von dem Flüstern der Zeit, das durch meine Adern zieht. Jeder Atemzug ist wie ein leiser Strom, der mich trägt und jeder Moment ein Tropfen Sonne, der mein Wesen durchdringt. Ich wachse aus mir selbst heraus, nicht nach einem Plan, nicht durch Druck, sondern einfach, weil es meine Natur ist. So wie das Blatt, das der Sonne entgegenstrebt, ohne es zu wissen. Ohne es zu wollen.
Ich bin wie ein Blatt, das sich sanft im Wind dreht und das Licht sucht, das es streichelt. Ohne Eile, ohne Absicht – nur das stille, leise Streben, das in mir wohnt, tief und unergründlich.
Alles, was gewesen ist, darf sein, wie es war. Kein Schatten der Vergangenheit kann mein Wachsen brechen. Alles Fließen, alles Fallen, alles Aufgehen und jeder Schmerz hat seinen Platz in mir gefunden und nährt mich weiter, ohne dass ich daran festhalten muss. Ich trage Erinnerungen wie das Licht in den Adern des Blattes – sanft, unaufdringlich, unveränderlich. Ein leises Echo, das mich formt, ohne mich zu belasten.
Und alles, was kommen mag, darf warten. Die Zukunft drängt nicht. Sie ruft mich nicht mit lauter Stimme. Sie legt sich wie ein geduldiger Wind neben mich. Still und wartend, bis ich bereit bin, ihr zu begegnen. Ich wachse im Jetzt. Und das, was werden wird, wird zu mir finden, wenn seine Zeit gekommen ist. Es gibt nur das Vertrauen in den Fluss, der mich trägt. Der mein Innerstes nährt. Der Fluss des Lebens, der alles in mir wachsen lässt.
Ein Blatt kennt keine Hast, keine Erwartungen und keine Bewertungen. Es findet sein Licht und sein Maß auf natürliche Weise. Und so will auch ich sein: Ein Werden, ein Aufblühen. Ein Entfalten, das geschieht, weil ich bin, weil Leben durch mich fließt, weil alles in mir den Raum findet, den es braucht. Jeder Moment ist ein Hauch, ein Puls, ein kleines Wunder, das mich weiterträgt. Ich wachse nicht durch Streben, sondern durch Sein im Hier und Jetzt. Nicht durch Drängen und Formen, sondern durch Verständnis und Liebe. Einzig die sanfte Entfaltung, die sich selbst genügt. Ich bin hier. Ich bin jetzt. Und wie das Blatt, das der Sonne entgegenwächst, will auch ich wachsen – still, wahr, unabwendbar, getragen vom Licht, das mich durchströmt. Alles, was war, darf ruhen. Alles, was kommt, darf warten. Und alles, was ist, geschieht in mir, berührend, verändernd, wachsend.
Und eines Tages, getragen vom Leben, löse ich mich sanft aus dem, was mich gehalten hat. Ich treibe noch ein wenig im Raum zwischen den Zeiten. Leicht und vertrauend und überlasse mich dann dem Strom, der mich weiterführt. Ohne Gedanken an Besitz oder Erfolge, kein Festhalten und kein Müssen. Nur die Erinnerung an die Liebe, die mich berührt hat.
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Wachstum ist auch ein zentrales Thema in meinem Wortmagie-Shop. Schau gerne rein und melde dich, wenn du Fragen hast.





Wunderbar geschrieben!
Wir sind nicht mehr und nicht weniger!
Gefällt mir sehr gut!
Vielen Dank, Manu! Ich freue mich sehr, dass dir der Text gefällt.
sich erlauben zu wachsen. So schön geschrieben.
Vielen Dank, Helga. Das freut mich sehr zu lesen.